Als Charles de Montesquieu (1689-1755) sein
Hauptwerk De l'esprit des lois
im Jahre 1748 veröffentlichte, stand die Zeit der systematischen
Kodifizierungen und der maßlosen Gesetzesinflation noch
bevor. Der französische Jurist und Philosoph ahnte aber doch
schon ihr Kommen.
In seiner leicht lesbaren Darstellung führt Norbert Campagna
in die Grundgedanken der politischen Theorie Montesquieus ein.
Nach Montesquieu ist es die Anpassung der Gesetze an die jeweils
besonderen Lebensbedingungen der Menschen, welche ihren »Geist«
ausmacht. Der Geist des Gesetzgebers sollte ein Geist der Mäßigung
sein: Mäßigung hinsichtlich
der Quanti-tät der gesetzlichen Eingriffe in die natürliche
Freiheit, Mäßigung aber auch hinsichtlich ihrer Qualität.
Ein Gesetzgeber, der diesen Geist mißachtet, wird zum maßlosen
Despoten, der die Grundlage seiner Macht selbst zerstört.
Ein Gesetzgeber, der ihn achtet, wird zum Wohltäter seines
Volkes und festigt die Grundlage seiner
Macht.
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Norbert Campagna,
geb. 1963, Dr. phil., unterrichtet Philosophie am Lycée de
Garçons Esch (L). Forschungsschwerpunkte: Rechts- und Staatsphilosophie,
angewandte Ethik. Buchpublikationen
u.a.: Montesquieu - Zur Einführung (2001), Die Moralisierung
der Demokratie (2001), Thomas Hobbes. L 'ordre et la liberté
(2000), La pornographie, l'éthique et le droit (1998), Die
Philosophie als Therapie (1996). Zahlreiche Aufsätze in Fachzeitschriften.
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