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Jochen
Winters Einführung in das Werk Giordano Brunos setzt sich mit dem
kosmischen Denken des Ketzers aus Nola auseinander. Im Mittelpunkt
des Buches stehen dabei jene sechs italienischen, zwischen 1583
und 1585 in London verfaßten Dialoge, durch die Bruno zum Verkünder
einer revolutionären Synthese aus Metaphysik, Kosmologie und Anthropologie
avanciert: Im Rückgriff sowohl auf neuplatonische Tradition wie
auf hermetisch-kabbalistische Spekulation überwindet er den kopernikanischen
Heliozentrismus zugunsten eines Kosmozentrismus, demgemäß das All
aktual-unendliche, durchgängig beseelte Schöpfung Gottes ist – und
der Mensch ein heroisches, universelles Wesen.
Mit dieser Lehre
zerstört Bruno nicht nur das geistige Fundament der mittelalterlichen
Welt, sondern auch den Kern der christlichen Glaubenslehre. Sein
Tod auf dem Scheiterhaufen der Inquisition am 17. Februar 1600 bezeugt
den Skandal.
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Jochen
Winter, geb. 1957 in Schwetzingen, lebt seit 1991 als Lyriker
und Essayist in Paris und am Cap d’Antifer/Normandie. Von ihm erschienen
Aufsätze zum symbolischen Denken in dem Sammelband Die Zeichen
der Natur (Frankfurt 1998) sowie die Gedichtbände Die diamantene
Stunde (Berlin 1990) und Die Inschrift der Erde (Berlin
1998).
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