Artur R. Boelderl

Literarische Hermetik

Die Ethik zwischen Hermeneutik, Psychoanalyse und Dekonstruktion

1997, 224 S., 17x24 cm, Br., ISBN 3-930450-21-6, EUR 24,80 / sFr 44,50

Artur R. Boelderl, Dr. phil., studierte Germanistik und Philosophie in Klagenfurt, leitete nach seiner Promotion (1995) das Institut für psychohistorische Forschungen in Linz und war als Lehrbeauftragter an der Universität Klagenfurt und der Kath.-Theol. Hochschule Linz tätig. Seit 1995 ist er Hochschulassistent am Institut für Philosophie der Theologischen Fakultät Linz.

     

Die kritische Frage nach dem Verhältnis von Verstehen und Nicht-Verstehen, welche die Hermeneutik unablässig heimsucht, ist zugleich immer schon eine Frage nach der Möglichkeit oder Unmöglichkeit von Ethik. Das vorliegende Buch ist der Versuch, die Bedeutung eines ursprünglichen Nicht-Verstehens als Möglichkeitsbedingung des ethischen Verhältnisses zu Anderen und damit von Hermeneutik überhaupt herauszustellen. Solch ursprüngliches Nicht-Verstehen ist bislang am eindringlichsten von den nicht-hermeneutischen Theoriegebäuden von Psychoanalyse und Dekonstruktion beschrieben worden. Am Beispiel des Mythos von Hermes und des Stils hermetischer Schriften wird deshalb der Beziehung von Psychoanalyse und Dekonstruktion zur anarchischen Tradition der Hermetik nachgespürt. Beide, so die These des Autors, sind als unabdingbar textuelle Praktiken literarisch, und sie sind - insofern sie das Nicht-Verstehen des Anderen als produktiv anerkennen - hermetisch. Zusammen konstituieren sie eine literarische Hermetik, die sich in ihrer eigensten Gestalt als »HermEthik« manifestiert.