Peter Cardorff

Erotischer Realismus. Kleines Manual

 

Mit elf Erotogrammen von Floris M. Neusüss
1998, 128 S., 11 Abb., 13x21 cm, Br., ISBN 3-930450-32-1, DM 28.- / öS 204.- / sFr 26.-

 

 

Peter Cardorff (Wien-Hamburg-Kassel-Baden Baden), freier Autor, Ghostwriter und Beziehungskolumnist; Verfasser zahlreicher Bücher u.a. zu Heidegger, Frinton und Friedlaender/Mynona sowie zur Kunst des Abservierens; Ex-Mitglied der Gruppe Nagel; momentan Leiter des Europäischen ULO-Forschungsprojekts (Kassel) und Creative Director des büros für publizistik in Hamburg-St.Pauli.

     

Wo Liebesgedichte verpuffen, Partnertherapien versagen und Aphrodisiaka verdampfen – da hilft der Erotische Realismus. Ein Ratgeber der Extra-Klasse – philosophisch fundiert, bedürfnisgerecht und lebensnah. Ob Glückspilz, ob Unglücksrabe: Wer in Liebessachen aktiv ist oder in Beziehungskisten steckt, lese jeden Tag ein, zwei Abschnitte aus Cardorffs Manual. Es ist eine strenge Behandlung, gewiß – aber sie wirkt!

Mit einer Anleitung zur Berechnung des Beziehungs-Nettoprodukts und zu einer Glückverträglichkeitsprüfung, Vorschlägen u.a. zum Abschluß eines Gefühlsarbeitsvertrags und zum Emotions-Haftrecht sowie Erhellendem zum Schwarzen Orgasmus und zu den ökologischen Aspekten des Gefühlswirtschaftens. Ein Kleines Erorealicon von A wie ”Ausstrahlung” bis Z wie ”Zuneigung” und elf Kabinettstücke erotischer Kunst von Floris M. Neusüss runden das Buch ab. Vor Neusüss’ Fotogrammen steht jeder Porno wie ein Ammenmärchen da. Kein Foto könnte den Körper realistischer darstellen, kein Akt ihn kunstkräftiger ins Werk setzen.

 

Kürzlich traf ich einen alten Bekannten, einen Berufskritiker und Erotomanen. ”Für einen Absatz aus Ihrer Schrift”, ließ er mich wissen, ”würde ich mir jederzeit einen Orgasmus durch die Lappen gehen lassen – so hilfreich ist das Buch, und so vergnüglich.” Da wußte ich: das Werk ist gelungen! Und es stimmt ja: Wieviel Liebestotgeburten könnten vermieden werden, wieviel Beziehungsärger, wenn zwei Liebeskandidaten einander gleich bei ihrem ersten Treffen ein paar Paragraphen daraus vorläsen. – Peter Cardorff