Ferdinand Fellmann

Das Paar
Eine erotische Rechtfertigung des Menschen

Juli 2005, 338 S., 13 x 21, Br., ISBN 3-937262-24-5, EUR (D) 14,80, CHF 26,00, EUR (A) 15,21

 
   

In einer Zeit, in der die gesellschaftliche Welt in Elementarteilchen zu zerfallen droht, wird die Frage akut, was die Individuen noch zusammenhält.

Die Antwort: die Paarliebe als anthropologisches Radikal, das den Menschen von der tierischen Horde getrennt hat. Die Rekonstruktion der Entstehung des Individuums aus dem Paar ist der Versuch, die anthropologische Dimension kommunikativen Handelns jenseits der Dualismen von Individuum und Gesellschaft, von Bewusstsein und Sprache zu erschließen.

Nicht im Verhältnis von Mutter und Kind, sondern in der Beziehung zwischen Mann und Frau bilden sich die Muster aus, nach denen Menschen zueinander, zu sich selbst und zur Welt in Verbindung treten. Auch außerhalb der Institutionen von Ehe und Familie ist die erotische Liebe das kommunikative Medium, das durch Diskurs allein nicht zu ersetzen ist. So findet sich auch der flexible Mensch der Postmoderne durch das normale Chaos der Liebe gerechtfertigt: eine Lebensform, die an Dramatik der christlichen Rechtfertigung allein durch den Glauben in nichts nachsteht.

Ferdinand Fellmann
geb. 1939, von
1980–1993 Professor für Philosophie
an der Universität Münster, seit
1993 Gründungsprofessor an der
TU Chemnitz, derzeit Gastprofessor
am Institut für Philosophie der
Universität Wien.

Wichtigste Buchveroffentlichungen:
Das Vico-Axiom: Der Mensch
macht die Geschichte (1975);
Gelebte Philosophie in Deutschland (1983); Phänomenologie
als ästhetische Theorie (1989); Symbolischer Pragmatismus.
Hermeneutik nach Dilthey (1991); Lebensphilosophie.
Elemente einer Theorie der Selbsterfahrung (1993): Die Angst
des Ethiklehrers vor der Klasse. Ist Moral lehrbar? (2000).