Peter Foos
L’objet
ambigu in Philosophie und Kunst
Valéry,
Kant, Deleuze und Duchamp im platonischen
Differential
1999, 17 x 24 cm,
275 S., Br.,
ISBN 3-930450-41-0, EUR 39,80 / sFr 73.00
|
|
|
|
|
Das objet
ambigu, die Denkfigur des Dichter-Philosophen Paul Valéry, die
für das rätselhafte Unbestimmte steht, das dennoch beharrlich unsere
Aufmerksamkeit beansprucht, liefert das Leitmotiv für die vorliegende
Untersuchung. Die Begegnung mit dem objet ambigu hat in Valérys
Dialog Eupalinos oder der Architekt für den Lebensvollzug
seines literarischen Sokrates eine entscheidende Bedeutung: Sie
machte ihn zum Philosophen, ließ aber die künstlerische Existenz
im Bereich des Möglichen.
In L’objet
ambigu in Philosophie und Kunst wird am Beispiel der Figur des
objet ambigu und mit Blick auf die Positionen Kants, Deleuze’
und Duchamps auszuloten versucht, inwiefern es einen gemeinsamen
Resonanzraum von Philosophie und Kunst geben kann.
Bei Kant dreht
es sich in erster Linie um die Konfiguration des Urteilens im transzendentalen
Raum, die innerhalb seiner dritten Kritik eine Verschiebung vom
bestimmenden zum reflektierenden Urteil erfährt. Deleuze wird wichtig,
da er die Transzendentalienfrage noch stärker radikalisiert als
Kant. Seine Zentrierung auf Singularitäten und Intensitäten kann
eine noch stärkere Affinität zur Kunst herstellen, ohne sie in begrifflichen
Denkmustern aufgehen zu lassen. Duchamp thematisiert das Problem
vonseiten der Kunst. Seine strikte Ablehnung retinaler Kunst und
seine Forderung, daß sich in den Werken etwas Geistiges sedimentiere,
zeigen an, daß es innerhalb der Kunst auch um Strategien des Erkennens
geht, die sich freilich anders formulieren als innerhalb der Philosophie.
|
|

Peter Foos,
Dr. phil., geb. 1962, Studium der Philosophie und freien Kunst in
Kassel und Düsseldorf, promovierte mit der vorliegenden Arbeit an
der Kunstakademie Düsseldorf.
|