Jean-François Lyotard / Eberhard Gruber
Ein Bindestrich. Zwischen
»Jüdischem« und »Christlichem«
Aus dem Französischen von Eberhard Gruber.
1995, 140 S., 13 x 21 cm, Br., ISBN 3-930450-01-1, EUR 14,80
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Seit seinem Werk zur Postmoderne bereits
weltbekannt, findet der französische Philosoph Jean-François
Lyotard nun auch in Deutschland den verdienten Widerhall.
Ein Bindestrich, in virtuosem Dialog
mit Eberhard Gruber verfaßt,
bringt das gegenwärtige Denken des Philosophen auf den Punkt
einer Bindung, die sich das Abendland grundlegend iund emanzipativ
zuschreibt: den Ausgang des Christlichen vom Jüdischen. Läßt
sich diese Emanzipation rechtfertigen? Hat sie überhaupt stattgefunden?
Was war, auch im Hinblick auf das Geschehen von Auschwitz, ihr Preis?
Ein Bindestrich notiert diese Problematik
und bedenkt den Ort, den die abendländische Tradition verdeckt:
Der Bindestrich zwischen »Jüdischem« und »Christlichem«
im Ausdruck »jüdisch-christlich« behauptet eine
Vereinigung, die so nicht besteht. Das Problem ist vielmehr, so
die Autoren, die Auf- und Rück-stufung, die das »Christliche«
gegenüber dem »Jüdischen« behauptet: der Vorrang
des Geistes vor dem Körper, des Glaubens vor dem Gesetz, der
Verheißung vor der Arbeit, des Wissens vor dem Studium, des
Sinns vor dem Wort. Das dekonstruktive Denken von Lyotard und Gruber
interessiert die Revidierbarkeit solchen Auf- und Rückstufens.
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