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Die Neuzeit hat der Kultur des Westens
den Aktivismus diktiert. Treten Probleme auf, ist seitdem immer
die erste Frage: Was können wir denn da tun? Die hier vorgeschlagene
Negative Ethik empfiehlt dagegen progressive Wachstumsraten für
die Frage: Was sollten wir besser lassen? In einer Gesellschaft,
in der die Beschleunigung immer rasanter und Entscheidungen immer
riskanter werden, wird statt des Tuns das Lassen zum Gebot. Unterlassen,
Sein-Lassen und Gelassenheit erhalten in modernen Gesellschaften
einen neuen Rang. Sie werden zu Kardinaltugenden der modernen Welt.
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Henning Ottmann,
geb. 1944 in Wien, nach Professuren in Augsburg und Basel, Professor
für Politische Theorie und Philosophie an der Universität
München. Zu den jüngsten Veröffentlichungen zählt
seine Geschichte despolitischen Denkens: Ge-schichte des politischen
Denkens von den Anfängen bei den Griechen bis aufunsere Zeit.
Bd. I/1. Von Homer bis Sokrates, Stutt-gart-Weimar 2001. Bd. I/2.
on Platon bis zum Helle-nismus, Stuttgart-Weimar 2001. Bd. II/1.
Die Römer, Stuttgart-Weimar 2002. Bd . II/2. Das Mittelalter,
Stuttgart-Weimar 2004.
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