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Graetz, Heinrich
Die Konstruktion der jüdischen Geschichte
Jüdische
Geistesgeschichte, Bd. 2. Mit einem Nachwort herausgegeben
von Nils Römer.
2000, 92 S., 13 x 21 cm, Br., ISBN 3-930450-48-8,
EUR 15,00
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Heinrich Graetz (1817-1891)
war der bedeutendste jüdische Historiker des 19. Jahrhunderts. Mit
seiner Geschichte der Juden (11 Bände, 1856-1876) schrieb Graetz
das bis heute wirkungsmächtigste Werk der jüdischen Historiographie.
Die seit Jahrzehnten nicht mehr greifbare und dem Hauptwerk vorangehende
Programmschrift des jungen Graetz Die Construktion der jüdischen
Geschichte (1846) enthält den theoretischen Kern seines Lebenswerkes:
Für Graetz ist das jüdische Volk das Subjekt einer langen, ununterbrochenen,
eigengesetzlichen und eigenständigen jüdischen Geschichte von der
Antike bis in die Gegenwart. Graetz denkt die jüdische Geschichte
als eine Leidens- und Gelehrtengeschichte der Juden, die nicht nur
durch die gemeinsame Religion, sondern auch durch die lange gemeinsame
Geschichte als ein Volk geeint werden. Nicht zuletzt durch Graetz'
Historiographie wird die jüdische Geschichte, nachdem Säkularisierung
und Modernisierung die Macht der Religion gebrochen haben, ein wichtiger
Faktor in der modernen jüdischen Identität.
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