Was soll ich studieren?

Endlich ist es soweit: Du hast das Abitur in der Tasche! Du hast einen wichtigen Meilenstein in deinem Leben erreicht. Nun liegt es an dir zu entscheiden, wie es weiter geht.

Was kommt nach dem Abitur? Arbeiten gehen? Eine Ausbildung? Studieren? Um die richtige Entscheidung zu treffen, sollte sich jeder genügend Zeit lassen, um Schritt für Schritt herauszufinden was die beste Lösung ist.

Die Vorteile eines Studiums

Es ist verständlich, dass viele Abiturienten in einer ersten Phase einfach einmal erleichtert sind. Man genießt die neue Freiheit, ohne Erfolgsdruck, ohne Verpflichtungen.Diese Phase kann bei jedem unterschiedlich lang andauern. Manche nehmen sich ein ganzes Jahr frei, andere können es nicht abwarten „erwachsen“ zu werden. Wichtig ist keine übereilten Entscheidungen zu treffen.

Im Gegensatz zu einem Hauptschulabschluss, dessen Zweck es ist die Schüler auf den sofortigen Eintritt in die Berufswelt vorzubereiten, hat die allgemeine Hochschulreife den Zweck seinen Absolventen den Weg für ein anschließendes Studium zu ebenen.

Auch das Studium befasst sich anfangs mehr mit der Theorie als mit der Praxis. So mancher Student mit Bachelor-Abschluss fühlt sich in der Tat manchmal nicht genug auf die Realität vorbereitet. Vervollständigen kann man sein Können mit einem Master-Abschluss. Hier liegt der Schwerpunkt eindeutig mehr bei dem Praktischen.

Lass dich nicht abschrecken, die Mühe wird sich lohnen! Hast du das alles geschafft, stehen deine Chancen auf dem Arbeitsmarkt recht gut. Du hast, zum Beispiel durch ein Studium Zugang zu hochrangigen Berufen, wie Arzt oder Anwalt, die man ohne die fachlichen Kompetenzen gar nicht ausüben darf.

Abgesehen von dem spezifischen Wissen, das du dir angeeignet hast, hast du durch das Studieren auch Eigenschaften entwickelt, die gut bei potenziellen Arbeitgebern ankommen. Du hast gelernt dich zu organisieren und dich selbst zu motivieren. Du hast Ausdauer und Willensstärke bewiesen, um an dein Ziel zu kommen. Ein Auslandsstudium lässt zudem auf eine große Offenheit und Toleranz.

Bist du dann als Anfänger in einem Unternehmen angestellt, sind deine Aufstiegschancen durch deine gesunde Arbeitsmoral fast schon garantiert. Auch das Gehalt von Menschen mit Studienabschluss liegt meist über dem Durchschnitt.

Neben von diesen praktischen Vorteilen, ist das Studium auch eine Erfahrung fürs Leben und ist eine Zeit, an die man sich später gerne zurückerinnert. Für viele ist es der erste Schritt raus aus dem Elternhaus, hinein in ein eigenständiges Leben. Es ist auch eine gute Möglichkeit, neue, interessante Menschen kennen zu lernen und Kontakte zu knüpfen, die einem später noch einmal nützlich sein können.

Die Wahl des richtigen Studienfachs

Nur wenige wissen nach dem Abitur genau, welche Fachrichtung sie einschlagen möchten. Die meisten haben zwar schon eine vage Idee, sind aber dennoch unentschlossen. Genau für solche Menschen bieten viele Universitäten und Fachhochschulen spezielle Programme an, die angehenden Studenten einen besseren Überblick verschaffen sollen.

In sogenannten Schnupper-Studiengängen kannst du dir ein erstes Bild davon machen, wie der Studenten-Alltag abläuft. Du kannst Vorlesungen besuchen, den Campus erkunden, oder in der Bibliothek herumschnüffeln.

Meist werden solche Seminare während der Schulferien veranstaltet, damit Abiturienten schon vor Abschluss ihrer Klausuren daran teilnehmen können, und sich nachher schneller entscheiden können.

Auch öffentliche Vorlesungen sind, wie der Name schon sagt, für jedermann zugänglich. Sie fördern nicht nur die Allgemeinbildung der Gesellschaft, sondern dienen jungen Menschen auch als Orientierungshilfe.

Vorteil bei diesen beiden Programmen ist, dass man keine Verpflichtungen eingeht, und dass man ohne Leistungsdruck daran teilnehmen kann.

Etwas konkreter wird es beim Orientierungsstudium. Dieses kann erst nach bestandenem Abitur begonnen werden und dauert in der Regel 1 Jahr, also 2 Semester. Hierbei musst du dich noch nicht für eine bestimmte Fachrichtung entscheiden, du kannst verschiedene Vorlesungen aus unterschiedlichen Fakultäten besuchen.

Wenn du willst, kannst du auch bei einigen aktiv teilnehmen und deine schulischen Leistungen bewerten lassen. Diese Punkte kannst du dir dann für das spätere, definitive Studium gutschreiben lassen.

Das Studium Naturale ist, im Grunde genommen, das gleiche wie das Orientierungsjahr, nur dass man sich hier verstärkt auf den naturwissenschaftlichen Fächer, wie Biologie, Chemie oder Mathematik konzentriert.

Wenn du hingegen schon ganz genau weißt, welcher Fakultät es sein soll, du aber Angst hast, nicht genug Hintergrundwissen in dem Bereich zu haben, dann kann ein Vorstudium dir helfen. Ein Semester lang wirst du gezielte Seminare besuchen, die dir das nötige Grundwissen in der gewählten Fachrichtung vermitteln und dich mit dem Vokabular bekannt machen.

Hilfestellungen für Unentschlossene

Du willst studieren, hast aber keine Ahnung, wohin die Reise gehen soll? In dem Fall nützen die oben genannten Entscheidungshilfen nicht unbedingt viel. Wie soll man schließlich bei den rund 10.000 in Deutschland angebotenen Studiengängen entscheiden, in welche Vorlesungen man hinein schnuppern möchte?

Zuerst einmal solltest du ehrlich zu dir selbst sein: Wieso willst du studieren? Weil es deine Freunde auch tun? Weil deine Eltern es von dir erwarten? Weil du nicht weißt was du sonst machen sollst? Das alles sind schlechte Ausgangspunkte für ein erfolgreiches Studium, weil dir, auf Dauer, die nötige Motivation und Disziplin fehlen wird, um es bis zum Abschluss zu schaffen.

Sei offen für Inspirationen. Lies, zum Beispiel, regelmäßig die Jobangebote in der Zeitung oder im Internet durch. Vielleicht entdeckst du ja Berufszweige, die dich interessieren könnten und an die du bisher nicht gedacht hast.

Bei Arbeitsagenturen oder der Studienhilfe kannst du dich beraten lassen. Im Gespräch mit den Fachleuten stellt sich vielleicht heraus, wo deine Interessen und Stärken liegen. Im Internet gibt es auch zahlreiche Online-Fragebögen, die dir ebenfalls bei der Entscheidung helfen können.

Du kannst dich auch informieren, welche Fachrichtungen an den Universitäten und Fachschulen in deiner Umgebung angeboten werden. Du wirst erstaunt sein, was es alles an Studiengängen gibt.

Fazit

Ganz egal welches Fach du schlussendlich wählen wirst, du solltest keine voreiligen Entscheidungen treffen. Sei ehrlich zu dir selbst und sammele so viele Informationen wie möglich, damit dein Studium eine unvergessliche Zeit wird.

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